Die 10 häufigsten Gründe, warum Menschen eine kaputte Beziehung nicht loslassen können

Zuletzt aktualisiert am May 21, 2024 by Friedrich Müller

Eine zerbrochene Beziehung loszulassen, fällt vielen Menschen schwer. Obwohl offensichtlich ist, dass die Partnerschaft keinen Bestand mehr hat, klammert man sich manchmal jahrelang an den vergangenen Partner. Doch warum ist es so schwierig, den Schlussstrich zu ziehen?

Einsamkeitsgefühl

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Gerade nach dem Ende einer längeren Beziehung fühlt man sich oft sehr einsam. Jahrelang hatte man den Partner an seiner Seite, mit dem man alles geteilt hat. Plötzlich ist dieser Mensch nicht mehr da. Das fühlt sich leer und verlassen an. Viele hoffen daher noch immer im Stillen, dass sich der Partner doch noch besinnt und zurückkommt. Solange gibt einem diese Hoffnung etwas Trost und mindert das Gefühl der Einsamkeit.

Außerdem ist es schwierig, den Alltag ohne den vertrauten Menschen neu zu strukturieren. Früher hat man sich ständig getroffen, gemeinsam Zeit verbracht und Dinge unternommen. Nun muss man plötzlich alleine einkaufen, kochen und den Haushalt schmeißen. Das bedeutet einerseits neue Routinen zu finden, aber auch niemanden mehr zu haben, mit dem man über den Tag reden oder Abends zusammen auf der Couch sitzen kann.

Viele haben Angst, niemals wieder jemanden zu finden, mit dem sie eine neue, erfüllende Beziehung führen können. Der Gedanke, für immer alleine zu bleiben, ist beängstigend. Solange man die alte Beziehung nicht ganz abschließt, hat man zumindest noch theoretisch die Option, dass es irgendwann doch wieder funktionieren könnte.

Gewohnheit

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Gerade bei längeren Beziehungen spielt Gewohnheit eine große Rolle. Man hat sich über die Jahre an den Partner, sein Verhalten und die gemeinsame Dynamik gewöhnt. Plötzlich ist diese vertraute Struktur weg und man muss sich auf völlig Neues einstellen.

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Gleichzeitig verbindet man viele Erinnerungen und Erlebnisse mit dem Ex-Partner. Diese gemeinsame Vergangenheit, die man über Jahre aufgebaut hat, lässt sich nicht so einfach tilgen. Der Gedanke daran, diese Zeit einfach hinter sich zu lassen und nie mehr mit dieser Person zusammen zu sein, fühlt sich seltsam an.

Auch praktische Dinge, wie der gemeinsame Haushalt, Freunde, mit denen man immer beide etwas unternommen hat oder Rituale und Gewohnheiten im Alltag, die man über Jahre miteinander entwickelt hat, sind gewöhnungsbedürftig ohne den Partner.

Kinder

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Vor allem bei Paaren mit gemeinsamen Kindern ist es besonders schwierig, den Ex-Partner loszulassen. Die meisten Eltern wünschen sich trotz Trennung, dass die Kinder ein intaktes Verhältnis zu beiden Elternteilen haben.

Hier besteht die Angst, dass der Kontakt zum anderen Elternteil abbricht, wenn man selbst die Beziehung ganz beendet. Viele hoffen daher immer noch auf ein harmonisches Miteinander und Zusammensein bei Familienfeiern oder Veranstaltungen der Kinder.

Gleichzeitig verbinden einen die Kinder emotional für immer mit dem Ex-Partner. Sie sind ein täglicher Reminder an die gemeinsame Zeit. Eifersucht oder Konkurrenzdenken können das Loslassen zusätzlich erschweren.

Fehlende alternative Bindung

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Wenn die Beziehung endet, bleibt zunächst einmal ein emotionales Vakuum zurück. Jahre- oder jahrzehntelang war der Partner die wichtigste Bezugsperson. Plötzlich fehlt dieser emotionale Anker.

Viele sind nach der Trennung so in Trauer und einer Talfahrt der Gefühle, dass sie zunächst kaum in der Lage sind, neue soziale Kontakte zu knüpfen. So fehlt der „Ersatz“ für den Verlust des Ex-Partners. Solange sucht man im Unterbewusstsein nach Wegen, an die vertraute Person festzuhalten.

Erst wenn es gelingt, neue enge Freundschaften oder eine neue Liebesbeziehung aufzubauen, in der man Halt findet, fällt der Abschied vom Ex-Partner leichter.

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Finanzielle Abhängigkeit

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In manchen Fällen ist die Trennung auch aus finanzieller Sicht nicht so leicht vollzogen. Vor allem bei längeren Ehen oder wenn Partner, meist die Frau, die Karriere für die Familie zurückgestellt hat, besteht oft eine wirtschaftliche Abhängigkeit.

Der gedankliche Bruch fällt schwer, solange man Angst haben muss, finanziell nicht alleine über die Runden zu kommen. Ein Teil von einem sieht die Trennung daher nicht als realistische Option, solange die eigene Existenz nicht gesichert ist.

Auch praktische Dinge, wie der gemeinsame Besitz von Immobilien oder Einrichtungsgegenständen, die aufgeteilt werden müssen, machen den realen Abschluss der Beziehung schwierig.

Selbstzweifel und Schuldgefühl

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Viele zerbrochene Beziehungen gehen mit negativen Gefühlen wie Selbstzweifel und Schuld einher. Die Betroffenen fragen sich immer wieder, was sie anders oder besser hätten machen können.

Häufig überwiegt auch das Gefühl, selbst Schuld an dem Beziehungsende zu tragen. Dies kann dazu führen, dass man die Trennung innerlich nicht akzeptieren möchte. Unterbewusst hofft man vielleicht noch immer, durch Besserung das Vertrauen zurückzugewinnen.

Solange man diese Schuld- und Zweifelsgefühle in sich trägt, fällt es sehr schwer, den Ex-Partner mit einem reinen Gewissen loszulassen. Man möchte die Vergangenheit ungeschehen machen – was natürlich unmöglich ist.

Angst vor Veränderung

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Die Vorstellung, das vertraute Muster der Beziehung komplett aufzugeben und ins Ungewisse zu gehen, löst bei vielen Angst aus. Jahre- oder jahrzehntelang war der Partner fester Bestandteil des Lebens.

Plötzlich muss man sich völlig neu orientieren und sein Leben umkrempeln. Das bedeutet Veränderung – und die scheuen viele Menschen instinktiv. Bewusst oder unbewusst klammern sie sich daher an Altbewährtes.

Solange die Angst vor der potenziell schmerzhaften Veränderung überwiegt, fällt es schwer loszulassen. Bis man lernt, auch Positives in der Chance auf Neuanfang zu sehen.

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Erwartung des Scheiterns neuer Beziehungen

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Wer eine längere Trennung hinter sich hat, ist häufig von Zweifeln und Ängsten gezeichnet. Das Vertrauen in die eigenen Beziehungsfähigkeiten hat gelitten.

Man fürchtet, auch zukünftige Partnerschaften könnten zerbrechen und ist daher zunächst vorsichtig. Unterbewusst erscheint es daher sicherer, in der vertrauten, wenn auch unglücklichen Situation der Vergangenheit zu verharren – statt sich erneut auf etwas Neues und Unvorhersehbares einzulassen.

Erst wenn es einem gelingt, durch positive neue Erfahrungen das negative Beziehungsmuster zu durchbrechen, fällt der endgültige Abschied leichter.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass viele psychologische Faktoren wie Einsamkeit, Gewohnheit, fehlender emotionaler Ersatz, aber auch ganz praktische Dinge wie Finanzen oder Kinder es erschweren, eine gescheiterte Partnerschaft vollständig loszulassen. Umso wichtiger ist es, die eigene Trauer über die Trennung zu verarbeiten und neuen Mut für die Zukunft zu schöpfen.

Fazit

Obwohl eine Beziehung offensichtlich am Ende ist, fällt es den meisten Menschen sehr schwer, sich tatsächlich emotional von ihrem Ex-Partner zu lösen. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von Einsamkeitsgefühl über finanzielle Abhängigkeit bis hin zu Angst vor Veränderung.

Der beste Weg, eine gescheiterte Partnerschaft langfristig abzuschließen, ist es, die eigene Trauer zu verarbeiten. Durch den Aufbau neuer sozialer Kontakte und im Idealfall eine neue Liebesbeziehung kann man den vergangenen Partner emotional ersetzen.

Auch ist es wichtig, die Selbstzweifel zu überwinden und an die eigenen Stärken und Fähigkeiten für künftige Beziehungen zu glauben. Nur wer lernt, die Zukunft positiv zu sehen und sich auf Neues einzulassen, kann eine Trennung endgültig akzeptieren und damit abschließen.