Wie es sich anfühlt, einen anständigen Menschen zu finden, wenn du immer noch am Heilen bist

Zuletzt aktualisiert am June 1, 2024 by Friedrich Müller

Eine Beziehung einzugehen, während man psychisch oder emotional noch verletzlich ist, kann gleichzeitig tröstend als auch erschreckend sein. Einerseits ist es eine große Erleichterung, jemanden an seiner Seite zu haben, der einen unterstützt. Andererseits besteht auch die Angst, erneut verletzt zu werden.

Die Angst vor erneuter Verletzung

What Is Holistic Healing? | Teen Holistic Therapy | NC

Wenn man bereits negative Erfahrungen in früheren Beziehungen gemacht hat, ist es verständlich, dass eine große Angst besteht, erneut enttäuscht oder verletzt zu werden. Schließlich hat man gelernt, dass man sich auf andere nicht immer verlassen kann. In solch einer Situation ist es schwierig, dem neuen Partner vollkommen zu vertrauen und sich ihm emotional zu öffnen. Stattdessen behält man lieber eine gewisse Distanz und ist misstrauisch.

Gleichzeitig sehnt man sich aber auch danach, Nähe und Geborgenheit zu erfahren. Dieser Widerspruch zwischen dem Wunsch nach Zuneigung und der Angst vor erneuter Verletzung kann viel innere Unruhe verursachen. Man möchte dem Partner vertrauen, traut sich aber nicht und überprüft stattdessen fortwährend sein Verhalten. Kleinste Anzeichen, die auf mangelndes Interesse oder Enttäuschung hindeuten könnten, werden dann schnell als Bedrohung wahrgenommen.

Sich selbst akzeptieren, auch mit Verletzbarkeit

Holistic Healing Center | SoCal Sunrise

Um in einer neuen Beziehung ankommen zu können, ist es wichtig, sich selbst in seinem gegenwärtigen Zustand der Verletzbarkeit anzunehmen. Man darf und muss nicht immer stark und unangreifbar sein. Verletzungen aus der Vergangenheit haben ihre Spuren hinterlassen, aber das macht einen als Mensch nicht weniger wertvoll. Es ist in Ordnung, auch einmal schwach oder ängstlich zu sein und Unterstützung oder Zuneigung zu brauchen.

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Ein Partner, der einen auch in diesem Zustand respektiert und achtet, ist jemand, auf dessen Zuneigung man sich verlassen kann. Natürlich ist es nicht immer leicht, die eigenen Abwehrmechanismen und Ängste zu überwinden. Hier hilft es, sich bewusst zu machen, dass der andere Mensch neben einem ebenfalls seine eigenen Bedürfnisse und Grenzen hat und einen nicht ausnutzen möchte. Mit Geduld und Verständnis kann so schrittweise neues Vertrauen wachsen.

Kommunikation ist der Schlüssel

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In einer neuen Beziehung ist ehrliche und offene Kommunikation besonders wichtig. Gerade die eigenen Ängste, Zweifel und Bedürfnisse direkt anzusprechen, fällt oft schwer. Dennoch ist dies unerlässlich, um Missverständnissen vorzubeugen und eine gesunde Basis für die Weiterentwicklung der Beziehung zu schaffen. Der neue Partner sollte über die eigenen Verletzungen und Bedürfnisse Bescheid wissen, um darauf eingehen zu können.

Gleichzeitig ist es wichtig, dem Partner auch ein gewisses Vertrauen zu schenken. Auch seine Gefühle und Intentionen sollten nicht von vornherein in Zweifel gezogen werden. Regelmäßige, liebevolle Gespräche bieten die Möglichkeit, gegenseitiges Verständnis aufzubauen und einander in den eigenen Bedürfnissen zu spiegeln. Auf diese Weise kann ein gesunder Ausgleich zwischen Nähe und Distanz entstehen, der beide Seiten bereichert.

Baby steps – kleine Schritte gehen

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In einer neuen Beziehung, in der man selbst noch fragil ist, kommt es besonders auf geduldiges Vorankommen in kleinen Schritten an. Manchmal fällt es leichter, sich auf einfache Dinge wie einen Spaziergang oder einen gemütlichen Fernsehabend zu beschränken, anstatt gleich große intime Gesten oder eine gemeinsame Reise zu planen. So kann man sich langsam an einander herantasten, ohne sich selbst unter Druck zu setzen.

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Gerade bei einem Wiederaufleben von Ängsten oder Zweifeln ist es wichtig, dem Partner mitzuteilen, dass man gerade Unterstützung braucht, anstatt sich zurückzuziehen. Wer den anderen in solchen Momenten respektvoll begleitet, stärkt das gegenseitige Vertrauen. Wenn jeder für den anderen da ist, ohne Vorwürfe zu machen, wächst durch kleine Erfolgserlebnisse mehr Selbstsicherheit in der Beziehung.

Die eigene Heilung respektieren

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Um eine neue Liebe zulassen zu können, muss man auch der eigenen inneren Heilungsarbeit den nötigen Raum geben. Noch offene Wunden aus der Vergangenheit ganz allein durch eine neue Beziehung kitten zu wollen, ist selten erfolgsversprechend. Stattdessen kommt es darauf an, neben dem Partner auch Zeit für sich selbst zu haben. Das kann Zeit zum Nachdenken, Austausch mit Freunden oder eine Therapie bedeuten.

Es ist ein Irrglaube zu meinen, dass man durch die Zuneigung eines anderen Menschen automatisch alle seelischen Baustellen hinter sich lassen kann. Der Prozess braucht seine Zeit und muss von einem selbst getragen werden. Ein verständnisvoller Begleiter kann hierunterstützen, ohne dass seine Aufgabe ist, alle Ängste und Probleme zu beseitigen. Nur wer lernt, sich selbst liebevoll anzunehmen, kann eine erfüllte Partnerschaft führen.

Zufriedenheit kommt von innen

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In einer Zeit der eigenen Verletzlichkeit ist es leicht, das eigene Wohlbefinden stark von der Zuneigung und Bestätigung des Partners abhängig zu machen. Wer den inneren Frieden aber allein von außen erwartet, wird auf Dauer unzufrieden bleiben. Stattdessen gilt es, die Fähigkeit zur Selbstfürsorge und -akzeptanz wiederzuentwickeln.

Durch kleine selbstmitfühlende Rituale wie einen Spaziergang in der Natur, ein Bad oder ein Treffen mit guten Freunden kann man sich selbst wieder mehr liebevolle Aufmerksamkeit schenken. So kann die eigene innere Stabilität losgelöst von äußeren Einflüssen wachsen. Wenn man lernt, die Bedürfnisse des anderen mit Respekt wahrzunehmen und trotzdem bei sich selbst zu bleiben, ist eine erfüllende Partnerschaft auf Augenhöhe möglich.

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Fazit

Eine neue Liebe zu beginnen, während man selbst psychisch oder seelisch noch verletzlich ist, bleibt eine Herausforderung. Doch mit Geduld, Kommunikation und der Fähigkeit, auch eigene Schwäche zu zeigen, können in einer solchen Situation wahre Nähe und gegenseitiger Respekt entstehen. Wichtig sind kleine Schritte, die eigene Heilungsarbeit nicht zu vernachlässigen sowie die Fähigkeit zur selbstmitfühlenden Inneren Ausrichtung wiederzuentwickeln. Mit Zeit und dem richtigen Partner an der Seite ist es möglich, erneut Vertrauen in Beziehungen und die eigene Stärke zu finden.