Wie ist es, in einer toxischen Beziehung mit einem Narzissten zu sein?

Zuletzt aktualisiert am June 11, 2024 by Friedrich Müller

Eine Beziehung mit einem Narzissten ist sehr anstrengend und belastend. Leider ist es nicht immer einfach, solche Beziehungen als solche zu erkennen, da Narzissten geschickt darin sind, andere für ihre Zwecke zu manipulieren.

In diesem Artikel möchte ich auf die folgenden Aspekte eingehen:

1) Die Anfangsphase und das Idealisieren der anderen Person,

2) Die ständige Kritik und Herabsetzung,

3) Die Kontrolle und Isolation,

4) Die Empathielosigkeit des Narzissten,

5) Die emotionalen Spielchen und Stimmungsschwankungen, und

6) den Ausstieg aus einer solchen Beziehung.

Die Anfangsphase und das Idealisieren der anderen Person

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Anfangs überschüttet der Narzisst seine Partnerin oder seinen Partner mit Lob und Aufmerksamkeit. Man fühlt sich geschmeichelt und geliebt. Der Narzisst scheint perfekt zu sein – charmant, erfolgreich, attraktiv. So idealisiert er seine Partnerin stark.

Gleichzeitig idealisiert er aber auch sich selbst in unrealistischer Weise. Die rosarote Brille lässt einen die Warnsignale und Macken des anderen zunächst übersehen. Man fühlt sich geschmeichelt und einzigartig. Diese Phase kann einige Monate andauern und ist für Betroffene sehr verwirrend und verlockend.

Die ständige Kritik und Herabsetzung

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Nach dieser Idealisierungsphase folgt jedoch schnell die Phase der ständigen Kritik und Herabsetzung. Plötzlich ist man dem Narzissten nicht mehr gut genug. Jede Kleinigkeit wird zum Anlass genommen, einen runterzuputzen. Die eigene Meinung zählt nicht mehr, man fühlt sich dumm und minderwertig.

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Der Narzisst zieht ständig Vergleiche zu anderen Partnern in der Vergangenheit, die “besser” gewesen seien. Es hagelt Beleidigungen, Schmähungen und lächerliche Bemerkungen. Dies dient einzig dem Zweck, die eigene vermeintliche Überlegenheit unter Beweis zu stellen und die eigene Fassade aufrechtzuerhalten.

Die Kontrolle und Isolation

Toxic Relationships | Humans

Um seine Macht und Kontrolle über den Partner zu erhalten, setzt der Narzisst zunehmend auf Isolation und Besitzanspruch. Treffen mit Freunden und Familie werden immer seltener und schließlich unmöglich gemacht. Stattdessen will der Narzisst alle Zeit mit dem Partner verbringen und überwacht dessen Aktivitäten.

Kritik an ihm oder seinen Entscheidungen werden nicht toleriert. Der Partner verliert so zunehmend den Kontakt zur Außenwelt und die eigene Identität. Er ist nun vollkommen von der Zuneigung und Anerkennung des Narzissten abhängig, was dieser schamlos ausnutzt.

Die Empathielosigkeit des Narzissten

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Eine der größten Belastungen ist die fehlende Empathie des Narzissten. Die Gefühle und Bedürfnisse des Partners sind ihm gleichgültig. Wenn es dem Partner psychisch oder physisch schlecht geht, zeigt der Narzisst kein Mitgefühl. Stattdessen dreht er alles nur um sich selbst und seine vermeintlichen Bedürfnisse.

Egal was passiert, der Partner muss für den Narzissten da sein und sich um ihn kümmern. Umgekehrt gibt es keine Rücksichtnahme oder Zuneigung. Die fehlende Empathie führt dazu, dass sich der Partner zunehmend leer und ausgebrannt fühlt.

Die emotionalen Spielchen und Stimmungsschwankungen

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Ein weiteres Merkmal einer narzisstischen Beziehung sind die plötzlichen Stimmungsschwankungen und emotionalen Spielchen. Mal ist der Narzisst total liebevoll und aufmerksam, dann wieder ignoriert oder beschimpft er seinen Partner für nichtige Anlässe.

Der Partner weiß nie, wie die nächste Interaktion ablaufen wird und fühlt sich in ständiger Unsicherheit und Angst. Mit Lob und Bestrafung setzt der Narzisst seinen Willen durch und sorgt dafür, dass sich sein Partner nur noch nach seiner Laune richtet. Die ständigen Rein-Raus-Manöver zermürben psychisch enorm.

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Der Ausstieg aus der Beziehung

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Der Ausstieg aus einer narzisstischen Beziehung stellt eine große Herausforderung dar. Der Narzisst wird alles daran setzen, seinen Partner weiter unter seine Kontrolle zu bringen. Mit weiteren Manipulationen, Beschuldigungen, Schuldzuweisungen oder sogar Gewalt soll der Partner vom Gehen abgehalten werden.

Parallel dazu idealisiert der Narzisst die gemeinsame Zeit wieder und beschwört seine vermeintlich künftigen Besserungsbereitschaft herauf. Der eigene Selbstwert ist mittlerweile so geschädigt, dass man geneigt sein kann, auf die leeren Versprechungen hereinzufallen. Umso wichtiger ist es, den Narzissten und die Beziehung konsequent und endgültig zu beenden, um seelisch zu genesen. Unterstützung durch Familie und Beratungsstellen kann hier sehr hilfreich sein.

Fazit

Eine Beziehung mit einem Narzissten ist enorm belastend und zermürbend. Die ständigen Demütigungen, die Kontrolle, Isolation und fehlende Empathie führen dazu, dass Betroffene ihr Selbstwertgefühl und ihre Identität verlieren.

Leider sind solche Beziehungen nicht immer von außen als solche zu erkennen und der Ausstieg stellt eine große Herausforderung dar. Umso wichtiger ist es, sich über die Mechanismen und Muster narzisstischer Partnerschaften zu informieren.

Nur so kann man Warnsignale früh erkennen und sich vor weiterer psychischer Schädigung schützen. Der konsequente Bruch und der Wiedergewinn der eigenen Autonomie sind zentral für die langfristige seelische Genesung.